Den Wunschjob geformt

Individuelle Ausbildung für Werkzeugmechaniker

Heiligenhaus, 04.02.2014 – Die Suche nach geeigneten Auszubildenden ist für die deutsche Wirtschaft zur Zeit keine leichte. Industrie, Gastronomie und Handel beklagen einen verstärkten Mangel. Insbesondere Unternehmen, die für den eigenen fachlichen Bedarf ausbilden, streben außerdem eine langfristige Bindung an. Das macht den Recruitingprozess noch mal interessanter. Beim Schloss- und Beschlaghersteller Steinbach & Vollmann in Heiligenhaus hat ein Auszubildender mit individueller Ausbildung vor wenigen Tagen ins Arbeitsverhältnis gewechselt.

4619Kai Saschek aus Heiligenhaus hat einen abwechslungsreichen Beruf im handwerklichen Bereich gesucht. „Ich wollte meine Fähigkeiten ausüben und Spaß an der Arbeit haben“, so Saschek. Beides hat er erreicht. „Ich habe mich von Freunden inspirieren lassen und ein Berufsvorbereitungsjahr in der Gemeinschaftslehrwerkstatt der Industrie von Velbert (GLW e.V.) durchgeführt.“ Es war ein wichtiger Einblick in die Grundlagen der Metallbranche, der letztlich zu seiner Berufswahl geführt hat. In den vergangenen dreieinhalb Jahren absolvierte er eine eigens eingerichtete duale Ausbildung zum Werkzeugmechaniker – Einsatzgebiet Stanz- und Formentechnik.

Diese nicht ganz übliche Fachkonstellation wurde nach Gesprächen des Ausbildungsbetriebes mit der IHK Velbert erstmalig eingerichtet. Nach der Hälfte der Ausbildungszeit wechselte Herr Saschek im betrieblichen Bereich von der Fachrichtung Stanztechnik zur Formentechnik. Seinem Ausbildungsbetrieb an der Parkstraße lag viel an der zweifachen Ausbildung. Mit dem erworbenen Know-How aus schulischem und betrieblichem Ausbildungsgang baut das Unternehmen das Fachpersonal für kundenspezifische Nischenprodukte aus.

Zu den betrieblichen Aufgaben des 21-jährigen zählt in erster Linie die Erzeugung von Werkzeugen für Maschinen. In seinem metallverarbeitenden, ehemaligen Ausbildungsbetrieb sind Stanz- und 4558Formwerkzeuge für die Halbteileherstellung von Schlössern und Beschlägen erforderlich. Bei der Bearbeitung der Werkstücke ist höchste Präzision und Feinmotorik eine Grundvoraussetzung an den mittlerweile ausgelernten Spezialisten. „Um diesen Beruf auszuüben wird handwerkliches Geschick benötigt und die Fähigkeit, konzentriert und präzise im tausendstel Bereich zu arbeiten“, erklärt Kai Saschek. „Mein Interesse liegt inhaltlich im komplexen Herstellungsverfahren von Werkzeugen und Druckgussformen.“ So entstehen mit Hilfe von computergesteuerten Fräs- und Drehmaschinen Einrichtungen für die maschinelle Serienfertigung. Das Lesen und Verstehen von umfassenden technischen Zeichnungen hat wesentlichen Stellenwert im beruflichen Alltag. Dass dabei auch ein ausgeprägtes räumliches Vorstellungsvermögen unentbehrlich ist, begründet sich bereits durch die dreidimensionale Form der Werkzeuge. Sinn für Ordnung und Organisation, mathematische Fähigkeiten und hohes Verantwortungsgefühl sind weitere Eigenschaften, die der junge Mann für seinen staatlich anerkannten Ausbildungsberuf mitgebracht hat.

Und wie sieht die Zukunft aus? „Ich bleibe bei Steinbach & Vollmann, um mir praktische Berufserfahrung anzueignen“, so Kai Saschek. „Mein Ziel für die nächsten Jahre ist die fachliche Weiterbildung.“ Die besten Grundvoraussetzungen hat er dazu in jedem Fall.