Ein angebliches Plagiat und seine Geschichte

Niederhoff & Dellenbusch (Deni) verteidigt Technologie von 1950

Heiligenhaus, 17.02.2016 – Die Geschäftsleitung der Firma Niederhoff & Dellenbusch (Deni) wirft dem Heiligenhauser Unternehmen Steinbach & Vollmann GmbH & Co. KG (STUV) Technologie- und Designklau vor und hat sich der Hilfe des Vereins Aktion Plagiarius e.V. bedient. Der Verein wirbt mit dem Slogan Innovation vs. Irritation.

STUV wurde seitens der Jury auf den 2. Platz gewählt. Als Siegerprämie wurde ein Zwerg mit silberner langer Nase zugesprochen. Die Urkunde wurde dem Unternehmen bereits übermittelt.

Angebliches Plagiat für Produkt der 1950er Jahre

Am Freitagnachmittag, den 12.02.2016 wurden die Sieger der Preise öffentlich bekannt gegeben. Unmittelbar danach haben viele Medien darüber berichtet. Das WDR-Fernsehen hat keine Mühen gescheut und insgesamt zwei Teams zur Berichterstattung entsendet.

STUV wurde der Preis für ein angebliches Plagiat zugesprochen, welches seit mindestens 1950 – also seit 65 Jahren – so und in Designvariationen in den STUV-Produktkatalogen zu finden ist. Eine genaue Recherche in den Unternehmensarchiven würde unter Umständen eine weitaus ältere Produkthistorie darlegen.

Hintergrund für dieses Vorgehen?

Der Grund kann nur vermutet werden. Das Unternehmen STUV vollzieht seit dem Jahr 2000 einen durchgängigen Technologiewandel. Die Entwicklung und In-House-Fertigung von qualitativ und technologisch hochwertigen mechanischen und elektronischen Erzeugnissen im Schloss- und Beschlagbereich steht dabei im Fokus.

Seit dem Jahr 2002 wurde der vermeintlich kopierte Treibriegel bei Deni zugekauft. Andere Ausführungen werden außerdem von Marktteilnehmern im Umkreis bezogen. So ist es gelungen, die Kunden sowohl mit technologisch und qualitativ hochwertigen eigenen Produkten, aber auch mit einfachen Zukaufprodukten in kleineren Stückzahlen zu bedienen. Im Jahr 2011 kam es bei zwei Lieferungen aus dem Hause Deni zu Qualitätsproblemen. Im Jahr 2012/13 wurde STUV von Kunden zugetragen, dass die Händler über die Deni vertreibt, STUV Kunden direkt angesprochen haben, diese jedoch mit der Preisstruktur des Unternehmens nicht mithalten konnten. STUV erhielt Informationen darüber, dass Deni als Lieferant einer Handelskette im Beschlagbereich auf diese Preisstruktur angesprochen wurde.

Aufgrund der Tatsache, dass sich STUV seitens Deni damit bereits zum zweiten Mal mit entsprechendem Vorgehen konfrontiert sah und aufgrund der vorgenannten Qualitätsprobleme bei Deni, entschied sich das Unternehmen für die Eigenproduktion. Dies machte nur unter dem Gesichtspunkt der Komplettierung des Produktsortiments Sinn, da die Kosten der Herstellung für dieses Produkt für sich allein betrachtet die Eigenproduktion unwirtschaftlich machte. Das Produkt hat nur einen verschwindend geringen Anteil von ca. 0,15% des Gesamtumsatzes generiert.

In einem anderen Fall wird seit längerer Zeit das STUV-Produkt Boxtürschloss in abgewandelter Form durch Deni kopiert. Auch dieses STUV-Produkt weist einen Lebenszyklus von mittlerweile etwa 30 Jahren auf. Das Brisante an diesem Fall ist jedoch, dass ein ehemaliger Mitarbeiter von STUV und heutiges Mitglied der Geschäftsleitung im Hause Deni, verantwortlich für die Kundenbetreuung speziell dieser Schlösser war. Nach seinem Wechsel trieb dieser vermutlich die Entwicklung des 30 Jahre alten Produktes voran. Mit seinem Wissen hat er die Kunden von STUV direkt angesprochen.

Stellungnahme gegenüber lokaler Tageszeitung

Am gestrigen Tag (16.02.2016) bezog STUV gegenüber einer Zeitung erstmals persönlich Stellung. Alle übrigen Medien – so auch der Spiegel – waren zu einer Diskussion nur per E-Mail oder per Telefoninterview bereit. Dies wurde seitens des Unternehmens abgelehnt, da großer Wert auf die glaubwürdige Darstellung der Beweise gelegt wird und kein Interesse an aus dem Zusammenhang gerissenen Zitaten besteht.

STUV kann das Eigenprodukt in den verschiedensten Designversionen in Katalogen aus den Jahren 1950, 1952, 1954, 1961, 1967, 1969, 1978, 1979, 1983 und 1998 belegen (siehe Anhang).

Der Redakteur einer ortsansässigen Zeitung wollte nach dem persönlichen Gespräch eine Gegendarstellung von DENI-Geschäftsführer Kirchberg einholen. Das Unternehmen geht davon aus, dass Kirchberg die Beweise vorgelegt wurden. Etwa eine Stunde nach dem Gespräch mit dem Redakteur gingen bei STUV-Geschäftsführer Wolfgang Finger diverse Anrufe aus dem Hause Deni ein. Nach diesen erfolglosen Versuchen ging bei der Geschäftsführung von STUV eine persönliche E-Mail von Kirchberg ein.

Rechtliche Schritte gegen die Firma Deni und den Verantwortlichen Prof. Rido Busse vom Verein Aktion Plagiarius e.V. wegen geschäftsschädigenden Verhaltens werden seitens STUV derzeit geprüft. In Anbetracht der Vorkommnisse stellt das Unternehmen die Qualität und Objektivität des Vereins grundsätzlich in Frage.

Den Kunden des Hauses Deni sollte dieses Verhalten Anlass zu Überlegungen geben. Bei Aufgabe der Geschäftsbeziehung wird mit unlauteren Mitteln gekämpft.

Solidarität von lokalen Geschäftspartnern

Zwischenzeitlich sind bei STUV Solidaritätsbekundungen ansässiger Unternehmen der Schloss- und Beschlagbranche eingegangen. Einer der ortsansässigen Wettbewerber zur Firma Deni war fassungslos über die Vorgehensweise seitens Kirchberg und gab zu bedenken: „Wer im Glashaus sitzt… „

Um das Bild der Geschäftsstrategie des Hauses Deni zu vervollständigen wird auf die Tatsache hingewiesen, dass Deni für kurze Zeit den Deutschland-Vertrieb eines türkischen Herstellers von Kühlraumbeschlägen ausübte. Diese Unternehmen verfügte damals über keine Eigenentwicklungen sondern hat Produkte – auch von STUV – kopiert. Zuvor hat dieses türkische Unternehmen auch bei STUV vorgesprochen und dem Unternehmen kopierte Eigenprodukte zum Kauf angeboten. Die Produkte dieses Hauses sind auf Grund der mangelhaften Qualität auf dem deutschen Markt nicht zu verkaufen. Das musste letztlich wohl auch die Geschäftsführung von Niederhoff & Dellenbusch einsehen.

Katalogseiten 1950-1998